Ergebnisse der Bedarfsanalyse zum Thema Klimawandel in Schulen

Im Juni 2021 wurde eine Bedarfsanalyse unter Lehrerinnen und Lehrern durchgeführt, deren Ergebnisse in ein Bildungsrahmenprogramm zum Thema Klimakompetenz einfließen sollen. Ziel der Bedarfsanalyse war es herauszufinden, welche Kompetenzen, Unterrichtsmaterialien und Infrastrukturen im Bildungswesen bereits den Klimawandel thematisieren und berücksichtigen. Außerdem ging es darum, den aktuellen (Verbesserungs-)Bedarf zur erfragen und wo es an Unterstützung, Materialien und Methoden fehlt.

In Deutschland haben insgesamt 32 Lehrkräfte zahlreicher Fachrichtungen an der Umfrage teilgenommen. Das Interesse ihrer Schüler:innen am Klimawandel und der Umgang mit Klimawandelthemen beschreiben sie als durchwachsen. Die Analyse ergab außerdem, dass 29 der 32 Lehrkräfte neue Methoden erlernen wollen.

Bezüglich der Erwartungen an den Klimaunterricht wünschen sich die befragten Lehrkräfte weniger Pflichtthemen in ihren Lehrplänen, dafür aber mehr projektbezogenes Lernen:


Das Thema Klimawandel sollte, in möglichst vielen verschiedenen Punkten des Curriculums aller Fächer verankert werden und Raum für Projekte im Unterricht zu den Themen der Anwendung von Nachhaltigkeit zulassen. Die Befragten schlagen vor, dass ihre Schulleiter:innen Partnerschaften mit Institutionen eingehen, die bei Themen des Klimawandels helfen könnten. Sie erachten es darüber hinaus als besonders wichtig, ihren Schüler:innen neue Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und an bestehende Initiativen anzuknüpfen.

Des Weiteren erwarten die Lehrkräfte Offenheit, Unterstützung, Zeit und Ressourcen für dieses Thema innerhalb und außerhalb der Schule. Schüler:innen und Eltern sollen ebenfalls eingebunden und die Sustainable Development Goals (SDGs) in der Schulpolitik thematisiert werden. Eltern sollten in Austausch und Kommunikation sein und Schulen sollten Diskussionen über Umweltveränderungen sowie die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, fördern. Alles in allem bedarf es, laut der befragten Lehrkräfte, Flexibilität der Lehrpläne, Offenheit und Sensibilität von allen betroffenen Akteuren für das Thema., um einen vernünftigen Umgang mit dem Klimawandel und die Förderung von Klimakompetenz zu unterstützen.


Die Bedarfsanalyse zeigte außerdem, dass deutsche Schüler:innen bisher lediglich generelles Wissen rund um den Klimawandel haben. Sie sind interessiert, aber aufgrund der Pandemie weniger engagiert. Das Interesse steige jedoch, je älter die Schüler:innen sind.

Lehrkräfte hingegen haben großes Interesse an dem Thema und sind motiviert, dieses in ihren Unterricht einzubinden. Der bundesweite Lehrplan jedoch ist streng. So kommt es, dass entweder die Lehrenden bereits konkrete Methoden anwenden, um nachhaltige Ziele zu erreichen (und deshalb nicht so viele Ideen brauchen, sondern mehr Zeit, um ihre „coolen Konzepte“ zu erweitern), oder aber interessiert sind, jedoch nicht wissen, wie sie die neuen Ansätze in ihren Unterricht integrieren sollen.


Zusammenfassend spielen ein unterstützendes schulisches Umfeld, persönliche Kenntnisse der anerkannten Wissenschaft des Klimawandels und der nationalen Bildungspolitik die wichtigste Rolle. Auch die Unterstützung durch die Gemeinschaft und der Medienfokus sollten nicht unterschätzt werden.

Die Bedarfsanalyse wurde außerdem in den Ländern Estland, Belgien, Schweden und der Türkei durchgeführt. Insgesamt nahmen 138 Lehrer teil und die Ergebnisse weisen in allen Ländern Parallelen auf. Sie zeigen, dass Lehrkräfte im Allgemeinen daran interessiert sind, mehr über den Klimawandel und Aktivitäten zu erfahren, um die Schüler:innen besser für Klimafragen motivieren zu können. Die meisten schlagen einen interdisziplinären, kooperativen und aktiven Ansatz vor, um Klimathemen innerhalb der Schule und im gesamten Gemeindekontext zu unterrichten. Generell bevorzugen Lehrende den Ansatz, bei dem die Schüler:innen aktiviert werden, selbstgesteuert zu lernen und zu forschen, um aus eigenen Erfahrungen heraus Neues entdecken zu können.


Die mit Hilfe der Bedarfsanalyse gesammelten Informationen werden in einem nächsten Schritt zur Entwicklung des Curriculums für Klimakompetenz verwendet.

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Detaillierte Ergebnisse aus Deutschland

In Deutschland haben insgesamt 32 Lehrkräfte aus verschiedenen Fachbereichen an der Umfrage teilgenommen. Sie beschreiben das Interesse ihrer Schüler am Klimawandel und am Umgang mit dem Thema Klimawandel als gemischt. Die Analyse zeigte auch, dass 29 der 32 Lehrer neue Methoden erlernen wollen. Hinsichtlich der Erwartungen an die Klimabildung wünschen sich die befragten Lehrer weniger Pflichtfächer in ihren Lehrplänen, dafür mehr projektorientiertes Lernen.

Ihrer Meinung nach sollte das Thema Klimawandel in möglichst vielen verschiedenen Teilen des Lehrplans aller Fächer verankert werden und Raum für Projekte im Unterricht zu Themen der Anwendung von Nachhaltigkeit lassen. Die Befragten schlagen ihren Schulleitern vor, mit Institutionen zusammenzuarbeiten, die bei Fragen des Klimawandels helfen könnten. Sie halten es auch für besonders wichtig, ihren Schülern neue Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und an bestehende Initiativen anzuknüpfen.

Die Bedarfsanalyse hat auch gezeigt, dass die deutschen Schüler bisher nur über ein allgemeines Wissen zum Klimawandel verfügen. Sie sind zwar interessiert, aber aufgrund der Pandemie weniger engagiert. Das Interesse steigt jedoch, je älter die Schüler sind.

Die Lehrer hingegen sind sehr an dem Thema interessiert und motiviert, es in ihren Unterricht einzubauen. Der landesweite Lehrplan ist jedoch sehr streng. So kommt es, dass die Lehrer entweder bereits konkrete Methoden anwenden, um nachhaltige Ziele zu erreichen (und daher nicht so viele Ideen, sondern mehr Zeit benötigen, um ihre “coolen Konzepte” zu erweitern), oder zwar interessiert sind, aber nicht wissen, wie sie die neuen Ansätze in ihren Unterricht integrieren sollen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in Deutschland ein unterstützendes schulisches Umfeld, persönliche Kenntnisse über die anerkannte Wissenschaft des Klimawandels und die nationale Bildungspolitik die wichtigste Rolle spielen. Auch die Unterstützung durch die Gemeinschaft und die Aufmerksamkeit der Medien sollten nicht unterschätzt werden.