Der Bildungsrahmen

Zwischen August und Oktober arbeitete das Projektkonsortium am Bildungsrahmen zum Klimakompetenzerwerb. Sie fragen sich bestimmt, was genau dieser Bildungsrahmen ist. Keine Sorge – am Anfang gab es auch unter den Teammitgliedern eine leichte Verwirrung, die aber schnell geklärt werden konnte.

Kurz gesagt bietet der Bildungsrahmen einen Überblick über die Lernziele und -ergebnisse für Lehrkräfte, empfiehlt Methoden und Unterrichtsstrategien sowie Bewertung und Evaluation. Auf dieser Grundlage werden dann im Verlauf des Projektes der Open Online Course (OOC) und die Teacher Community (TC) entwickelt. Mit anderen Worten, der Bildungsrahmen ist ein Leitfaden, der uns hilft, Entscheidungen darüber zu treffen, was in den OOC aufgenommen werden soll und wie wir die Rolle der TC bei der Unterstützung von Lehrern, die über den Klimawandel unterrichten möchten, verstehen können.

„Kurz gesagt bietet der Bildungsrahmen einen Überblick über die Lernziele und -ergebnisse für Lehrkräfte, empfiehlt Methoden und Unterrichtsstrategien, Bewertung und Evaluation. Auf dieser Grundlage werden dann im Verlauf des Projektes der Open Online Course (OOC) und die Teacher Community (TC) entwickelt.“

Eine Sache, die der Bildungsrahmen festlegt, ist die Zielgruppe und die ist ziemlich breit! Wir sprechen von allen Lehrern an Sekundarschulen europäischer Länder, die 13-19-jährige Schüler unterrichten (normalerweise von der 7. oder 8. Klasse bis zur 12. Klasse). Daher können wir den OOC und die TC nicht nur auf bestimmte Themenbereiche fokussieren, sondern laden alle Lehrenden ein, sich selbst zu überlegen, welche Relevanz das Thema Klimawandel für ihr Fachgebiet hat. Nichtsdestotrotz werden wir versuchen, auch fachspezifische (und altersspezifische) Empfehlungen in die Lehrmittel mit einzubeziehen und die Fächerintegration und Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften beim Unterrichten zum Thema Klimawandel nachdrücklich zu fördern.

Unser primäres Ziel ist es, den Lehrkräften als erwachsene Lernende dabei zu helfen, bessere Kompetenzen zu erwerben, um Sekundarschüler über den Klimawandel zu unterrichten und ihnen zu helfen, klimakompetenter zu werden. Laut dem Eintrag für Klimaschutz in der Enzyklopädie der UN für nachhaltige Entwicklungsziele ist Klimawandelkompetenz (synonym mit Klimakompetenz) „Kompetenz oder Wissen im Bereich des Klimawandels, seiner Auswirkungen und seiner Lösungen“ (Johnston, 2020, S. 200). Es ist wichtig anzumerken, dass wir Kompetenz nicht nur als eine einfache Fähigkeit betrachten, sondern auch als Disposition, Einstellung und Bereitschaft, seine Handlungsfähigkeit zu nutzen, um Veränderungen zu bewirken und gute Verwalter der Erde zu sein.

Pixabay foto - opetaja

Wir hoffen, dass Lehrer durch den Abschluss des OOC und der Teilnahme am TC:

  • besser geeignete Methoden und Ansätze wählen, um Klimathemen zu unterrichten und Lernsituationen zu schaffen, die das Verständnis komplexer Systeme unterstützen und allgemeine Kompetenzen (z. B. kritisches Denken, Zusammenarbeit, Empathie, interkulturelle Kommunikation usw.) verbessert werden;
  • Studierende einbinden und vorhandenes Wissen aktivieren, ggf. auch Fehlvorstellungen zum Klimawandel und verwandten Themen diagnostizieren;
  • artikulieren, was Klimawandel ist, warum Klimawandel und Klimawissenschaft wichtig sind und wie man glaubwürdige wissenschaftliche Quellen nutzt;
  • zeigen, wie sich der Klimawandel auf das tägliche Leben der Schüler und ihren eigenen Alltag und ihre Gemeinschaft (einschließlich ihrer Nation, Europa und der Welt) auswirkt und wie wir das Klima durch unser Verhalten beeinflussen;
  • zeigen, wie sie Maßnahmen zur Bekämpfung und Anpassung an den Klimawandel ergreifen können;
  • ihren Vorbildstatus als Lehrer anerkennen.

„Unser primäres Ziel ist es, den Lehrkräften als erwachsene Lernende dabei zu helfen, bessere Kompetenzen zu erwerben, um Sekundarschüler über den Klimawandel zu unterrichten und ihnen zu helfen, klimakompetenter zu werden.“

Der Bildungsrahmen umreißt auch die eher technischen Aspekte des OOC und des TC. Das OOC wird zum Beispiel eine Kombination aus eigenständigem Lernen verwenden, bei der kurze Lehrvideos, in denen wichtige Konzepte erläutert werden, mit praktischen lernfördernden Aktivitäten wie dem Ausprobieren neuer Ansätze im Unterricht und der Reflexion der eigenen Praxis oder dem Zusammenfassen am Ende einer Lernaktivität kombiniert werden. Die Teacher Community wird ein forumähnlicher Online-Raum auf der Climateracy-Plattform sein, der es Lehrenden ermöglicht, zu kommunizieren, Materialien auszutauschen, Fragen zu stellen, Gleichaltrige zum Unterrichten für Klimakompetenz zu suchen und ihnen Ratschläge zu erteilen.

Die Aktivitäten und Lernmethoden, die den Lehrern im OOC empfohlen werden, basieren auf der Idee, dass es keine Methodik oder Strategie gibt, die für sich allein richtig ist, um Klima und Klimawandel zu lehren und zu lernen, und viele Arten von Unterricht gibt, die zu diesem Zweck verwendet werden können. Das schließt Demonstrations- und Fallstudien, Rollenspiele, Selbststudium, projektbasiertes Lernen, Debatten usw. ein. Nichtsdestotrotz besteht ein breiter Konsens darüber, dass der Unterricht am effektivsten ist, wenn er aktive, partizipative und erfahrungsbasierte Lernmethoden anwendet, die den Lernenden einbeziehen und somit einen echten Unterschied zu ihrem Verständnis, Denken und Handeln für eine nachhaltige Entwicklung machen. 

Wir hoffen, dieser kurze Überblick über den Bildungsrahmen gibt Ihnen einen Einblick in das, was Sie vom OOC und TC erwarten können. Bei Anregungen oder Fragen können Sie sich gerne an uns wenden!

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Bildquelle: Canva, Open Source, keine Namensnennung erforderlich

Detaillierte Ergebnisse aus Deutschland

In Deutschland haben insgesamt 32 Lehrkräfte aus verschiedenen Fachbereichen an der Umfrage teilgenommen. Sie beschreiben das Interesse ihrer Schüler am Klimawandel und am Umgang mit dem Thema Klimawandel als gemischt. Die Analyse zeigte auch, dass 29 der 32 Lehrer neue Methoden erlernen wollen. Hinsichtlich der Erwartungen an die Klimabildung wünschen sich die befragten Lehrer weniger Pflichtfächer in ihren Lehrplänen, dafür mehr projektorientiertes Lernen.

Ihrer Meinung nach sollte das Thema Klimawandel in möglichst vielen verschiedenen Teilen des Lehrplans aller Fächer verankert werden und Raum für Projekte im Unterricht zu Themen der Anwendung von Nachhaltigkeit lassen. Die Befragten schlagen ihren Schulleitern vor, mit Institutionen zusammenzuarbeiten, die bei Fragen des Klimawandels helfen könnten. Sie halten es auch für besonders wichtig, ihren Schülern neue Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und an bestehende Initiativen anzuknüpfen.

Die Bedarfsanalyse hat auch gezeigt, dass die deutschen Schüler bisher nur über ein allgemeines Wissen zum Klimawandel verfügen. Sie sind zwar interessiert, aber aufgrund der Pandemie weniger engagiert. Das Interesse steigt jedoch, je älter die Schüler sind.

Die Lehrer hingegen sind sehr an dem Thema interessiert und motiviert, es in ihren Unterricht einzubauen. Der landesweite Lehrplan ist jedoch sehr streng. So kommt es, dass die Lehrer entweder bereits konkrete Methoden anwenden, um nachhaltige Ziele zu erreichen (und daher nicht so viele Ideen, sondern mehr Zeit benötigen, um ihre “coolen Konzepte” zu erweitern), oder zwar interessiert sind, aber nicht wissen, wie sie die neuen Ansätze in ihren Unterricht integrieren sollen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in Deutschland ein unterstützendes schulisches Umfeld, persönliche Kenntnisse über die anerkannte Wissenschaft des Klimawandels und die nationale Bildungspolitik die wichtigste Rolle spielen. Auch die Unterstützung durch die Gemeinschaft und die Aufmerksamkeit der Medien sollten nicht unterschätzt werden.